Suche

Was möchtest du wissen?

SPAREN · RATGEBER

Notgroschen 2026: Wie viel Rücklage brauchst du wirklich?

Notgroschen richtig aufbauen: Wie hoch deine Rücklage sein sollte, warum Tagesgeld sinnvoll ist und wie du Schritt für Schritt startest.

Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur oder plötzlich 900 Euro Nachzahlung. Solche Ausgaben kommen selten passend. Genau dafür ist ein Notgroschen da: Geld, das du nicht für Urlaub, Konsum oder die nächste Anschaffung zurücklegst, sondern für die Momente, in denen das Leben ungefragt in dein Budget greift.

Drei Menschen sitzen gut gelaunt gemeinsam im Garten
Ein guter Notgroschen soll vor allem eines schaffen: mehr Gelassenheit, wenn plötzlich etwas bezahlt werden muss.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Die perfekte Summe gibt es nicht. Deine Lebenssituation und deine notwendigen Ausgaben sind entscheidend.
  • Als grobe Orientierung werden häufig etwa drei bis sechs Monatsgehälter genannt. Ich rechne lieber mit den Ausgaben, die du im Ernstfall wirklich weiterbezahlen musst.
  • Der Notgroschen sollte schnell erreichbar und möglichst getrennt vom Alltagskonto liegen.
  • Für viele ist ein Tagesgeldkonto dafür die einfachste Lösung.
  • Du musst nicht sofort 10.000 Euro sparen. 500 Euro, dann 1.000 Euro und danach Schritt für Schritt weiter ist völlig okay.

Was ist ein Notgroschen?

Der Notgroschen ist deine finanzielle Reserve für ungeplante Ausgaben. Nicht für Weihnachten. Nicht für den Urlaub. Und auch nicht für das neue Smartphone, weil es gerade im Angebot ist.

Typische Fälle sind eine größere Reparatur am Auto, eine defekte Waschmaschine, Tierarztkosten, eine überraschende Nebenkostenabrechnung oder eine Phase, in der Einkommen wegfällt. Die Idee dahinter ist simpel: Du willst solche Rechnungen bezahlen können, ohne sofort den Dispo zu nutzen, einen Kredit aufzunehmen oder langfristige Geldanlagen verkaufen zu müssen.

Mein Blick darauf:

Ein Notgroschen muss nicht maximal groß sein. Er muss groß genug sein, damit ein normaler finanzieller Rückschlag nicht sofort zum Problem wird.

Wie hoch sollte dein Notgroschen 2026 sein?

Im Netz findest du schnell eine feste Faustregel. Die Verbraucherzentrale nennt in einem aktuellen Beispiel zwei bis drei Monatsgehälter, Finanztip empfiehlt je nach Ratgeber etwa drei bis sechs Nettomonatsgehälter. Das zeigt schon: Es gibt keine magische Zahl, die für jeden passt.

Ich würde deshalb nicht nur auf dein Gehalt schauen. Wichtiger ist die Frage: Wie viel Geld brauchst du jeden Monat wirklich, wenn es darauf ankommt?

EHER KLEINERER PUFFER

Planbares Einkommen, wenig Verpflichtungen

Wer angestellt ist, niedrige Fixkosten hat und notfalls schnell Ausgaben reduzieren kann, braucht meist weniger Reserve als ein Haushalt mit vielen Verpflichtungen.

EHER GRÖSSERER PUFFER

Familie, Haus, Auto oder schwankendes Einkommen

Wenn mehrere Menschen vom Einkommen abhängen, größere Reparaturen möglich sind oder dein Einkommen schwankt, würde ich mehr Luft einplanen.

Eine einfache Rechnung mit deinen Monatsausgaben

Addiere die Ausgaben, die auch in einem schlechten Monat weiterlaufen: Wohnen, Energie, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität, bestehende Raten, Kinderbetreuung und andere notwendige Kosten.

Bei 2.300 Euro notwendigen Monatsausgaben wären zum Beispiel 6.900 Euro für drei Monate und 13.800 Euro für sechs Monate. Das ist kein Muss. Es ist ein Korridor, an dem du dich orientieren kannst.

Beispiele zur Orientierung
  • 1.500 Euro Monatsausgaben: 4.500 bis 9.000 Euro
  • 2.000 Euro Monatsausgaben: 6.000 bis 12.000 Euro
  • 2.500 Euro Monatsausgaben: 7.500 bis 15.000 Euro
  • 3.000 Euro Monatsausgaben: 9.000 bis 18.000 Euro
  • 4.000 Euro Monatsausgaben: 12.000 bis 24.000 Euro

Je sicherer dein Einkommen und je flexibler deine Kosten, desto eher kannst du dich am unteren Ende orientieren. Bei Selbstständigkeit oder stark schwankendem Einkommen kann eine größere Reserve sinnvoll sein.

Wo solltest du den Notgroschen aufbewahren?

Beim Notgroschen geht es nicht darum, die maximale Rendite herauszuholen. Das Geld hat einen Job: Es soll da sein, wenn du es brauchst.

Deshalb finde ich ein separates Tagesgeldkonto für die meisten Menschen ziemlich passend. Das Geld ist vom Girokonto getrennt, wird nicht so leicht nebenbei ausgegeben und ist trotzdem kurzfristig erreichbar. Auch Verbraucherzentrale und Finanztip nennen Tagesgeld als typische Lösung für die Notfallreserve.

Ich selbst nutze dafür unter anderem Revolut. Wenn ich hier später einen Partnerlink einbaue, kennzeichne ich transparent, wenn Geldsparwerk dafür eine Provision erhalten kann.

Was ich für den Notgroschen nicht nehmen würde

  • Aktien oder Aktien ETFs: Kurse können genau dann niedrig sein, wenn du das Geld brauchst.
  • Kryptowährungen: Für eine Notfallreserve sind die Schwankungen aus meiner Sicht viel zu hoch.
  • Lang laufendes Festgeld: Ein guter Zins hilft wenig, wenn du nicht rechtzeitig an dein Geld kommst.
  • Zu viel Bargeld: Ein kleiner Betrag zu Hause kann praktisch sein. Die komplette Reserve würde ich dort nicht lagern.

So baust du deinen Notgroschen auf, ohne dass es weh tut

Wenn dein Ziel 8.000 oder 10.000 Euro lautet und du gerade bei null startest, wirkt das erst einmal ziemlich weit weg. Deshalb würde ich das Ziel zerlegen.

  1. Erstes Ziel: 500 Euro. Damit lassen sich schon kleinere Überraschungen abfangen.
  2. Danach 1.000 Euro. Jetzt entsteht langsam ein echter Puffer.
  3. Dauerauftrag einrichten. 50, 100 oder 200 Euro direkt nach Gehaltseingang weglegen. Wenn 50 Euro realistisch sind, starte mit unserer 50 Euro Regel.
  4. Sondereinnahmen nutzen. Bonus, Steuererstattung oder Geldgeschenke können den Aufbau deutlich beschleunigen.
  5. Ziel regelmäßig prüfen. Ziehst du um, bekommst ein Kind oder steigen deine Fixkosten, sollte auch die Reserve neu betrachtet werden.

100 Euro im Monat ergeben ohne Zinsen nach zwei Jahren 2.400 Euro. Das klingt nicht spektakulär. Genau so entstehen aber Rücklagen: nicht durch den perfekten Monat, sondern durch eine Routine, die durchläuft.

Und wenn der Notgroschen noch nicht reicht?

Manchmal kommt die große Rechnung leider früher als die fertige Rücklage. Dann würde ich zuerst prüfen, ob sich die Ausgabe verschieben, in Teilen bezahlen oder aus anderen liquiden Rücklagen decken lässt.

Wenn eine Finanzierung wirklich notwendig ist, vergleiche nicht nur die Monatsrate. Schau auf Effektivzins, Laufzeit und Gesamtbetrag. Unser Kreditvergleich kann dir dabei einen Überblick über Angebote verschiedener Banken geben.

PARTNERANGEBOT VON KREDIT24

Konditionen prüfen. Dann entscheidest du.

Hier kannst du die Kreditstrecke unseres Partners Kredit24 direkt starten und mögliche Konditionen prüfen.

kostenlos unverbindlich digital

Partnerangebot von Kredit24. Wenn über diese Strecke ein Kredit zustande kommt, kann Geldsparwerk eine Vergütung erhalten. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.

Notgroschen oder erst Schulden zurückzahlen?

Hier würde ich nicht dogmatisch werden. Einen teuren Dispo laufen zu lassen und gleichzeitig viele Tausend Euro Reserve aufzubauen, kann wirtschaftlich wenig sinnvoll sein. Andererseits ist es riskant, wirklich jeden verfügbaren Euro in die Tilgung zu stecken und bei der nächsten Autoreparatur wieder neue Schulden machen zu müssen.

Praktisch kann deshalb ein kleiner erster Sicherheitspuffer sinnvoll sein, bevor du teure Schulden konsequent reduzierst. Wie groß dieser Puffer sein sollte, hängt von deinen Verpflichtungen und dem Zinssatz deiner Schulden ab.

Die häufigsten Fehler beim Notgroschen

Alles investieren

Ein Depot ist kein Ersatz für sofort verfügbares Geld. Aktien können langfristig sinnvoll sein, aber kurzfristig deutlich schwanken.

Den Notgroschen auf dem Girokonto vergessen

Wenn Rücklage und Alltagsgeld auf demselben Konto liegen, verschwimmt die Grenze erstaunlich schnell. Ein eigenes Konto macht den Zweck klarer.

Die Reserve ständig für Konsum benutzen

Ein Urlaub ist planbar. Weihnachten überraschenderweise auch. Dafür würde ich eigene Spartöpfe anlegen und den Notgroschen in Ruhe lassen.

Zu lange auf die perfekte Summe warten

Der größte Fehler ist für mich, wegen eines hohen Zielbetrags gar nicht anzufangen. Die ersten 500 Euro sind finanziell wertvoller als ein perfekter 12.000 Euro Plan, der nie startet.

Was kommt nach dem Notgroschen?

Wenn deine Reserve steht, kannst du das Geld, das darüber hinaus übrig bleibt, für andere Ziele einsetzen. Das können der Abbau teurer Schulden, größere geplante Anschaffungen, Altersvorsorge oder langfristiger Vermögensaufbau sein.

Der Notgroschen soll also nicht möglichst groß werden. Irgendwann ist er fertig. Und genau dann darf dein übriges Geld andere Aufgaben übernehmen.

Häufige Fragen zum Notgroschen

Wie viel Notgroschen sollte man haben?

Es gibt keine für alle passende Summe. Häufig werden zwei bis sechs Monatsgehälter als Orientierung genannt. Ich würde zusätzlich deine notwendigen Monatsausgaben, Jobsicherheit, Familie, Auto, Immobilie und andere Verpflichtungen berücksichtigen.

Sind drei Monatsgehälter genug?

Für manche Haushalte ja, für andere nicht. Bei stabilem Einkommen und überschaubaren Verpflichtungen kann ein kleinerer Puffer ausreichen. Bei schwankendem Einkommen oder hohen Fixkosten kann eine größere Reserve sinnvoll sein.

Sollte der Notgroschen auf dem Girokonto liegen?

Er kann dort liegen, aber ein separates Tagesgeldkonto ist oft übersichtlicher. Die Reserve bleibt vom Alltagsbudget getrennt und kann zusätzlich verzinst werden.

Sollte ich erst einen Notgroschen aufbauen oder investieren?

Eine liquide Reserve kann verhindern, dass du langfristige Anlagen in einem ungünstigen Moment verkaufen musst. Wie groß sie vor dem Investieren sein sollte, hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Ist ein Dispo ein Ersatz für den Notgroschen?

Nein. Ein Dispo ist geliehenes Geld und kann hohe Zinsen verursachen. Eine eigene Rücklage gehört dir und verursacht keine Kreditzinsen.

Wann darf ich den Notgroschen benutzen?

Wenn eine wichtige Ausgabe ungeplant kommt und nicht sinnvoll aus deinem laufenden Budget bezahlt werden kann. Danach würde ich die Reserve Schritt für Schritt wieder auffüllen.

Mein Fazit: Sicherheit muss nicht kompliziert sein

Ein Notgroschen ist für mich einer der unspektakulärsten und gleichzeitig sinnvollsten Bausteine bei den eigenen Finanzen. Er macht dich nicht reich. Er verhindert aber, dass eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur oder eine hohe Rechnung sofort deine komplette Finanzplanung durcheinanderbringt.

Setz dir ein realistisches erstes Ziel, lagere die Reserve getrennt und automatisiere den Aufbau. Ob dein endgültiger Notgroschen drei, vier oder sechs Monatsausgaben umfasst, ist weniger wichtig als die Tatsache, dass du überhaupt einen hast.